Bauen wir uns ein Theater

Bauen wir uns ein Theater – und das jeden Tag!

Wir bringen das Volkstheater zu Ihnen – in Ihr Grätzl, willkommen!

„Ich bin nicht religiös, doch ich mag Rituale. Es tut gut, eine Erinnerung mit einer Handlung zu verbinden.“ – John Green

Wenn eine Vorstellung in den Bezirken beginnt, haben die Bühnentechniker Fips, Stoffl, Nico und Alex zusammengerechnet bereits über 30 Stunden gearbeitet. Kurz nach Mittag fahren die vier in zwei Transportern zur heutigen Spielstätte. Die beiden Karossen sind bis oben hin vollgepackt mit dem aktuellen Bühnenbild, mit Scheinwerfern, dem Tonpult, Kostümen, hunderten Metern an Kabeln und bilden ein Gesamt- gewicht von mehreren Tonnen. Maximal fünf Stunden haben die Burschen, wie wir sie im Team nennen, dann Zeit aus einem Volkshochschulsaal ein Theater zu bauen. Dasselbe haben sie schon gestern gemacht – in Floridsdorf zum Beispiel, vorgestern auch – da war es noch in Liesing, heute ist es in Simmering und morgen dann in Rudolfsheim. Wenn die Burschen gerade dabei sind die letzten Lichtstimmungen zu programmieren, wird der Eingangsbereich der Volkshochschule zum Theaterfoyer. Denn Felix und Sophia sind gerade angekommen: Sie stellen unsere Bezirke-Flagge gut sichtbar nach draußen, rich- ten die Kassa her und werden am Abend alle Gäste begrüßen, mit ihnen ins Gespräch kommen und parallel dafür sorgen, dass Backstage alles rund läuft.

Bevor die Schauspieler*innen des Abends eintreffen, bauen wir zunächst in den Garderoben noch unsere Maskentische auf. Unsere Regieassistentin Birgit richtet alle Requisiten ein, checkt noch einmal die Bühne und wird während der Vorstellung mit dem Textbuch in der Hand das Ensemble des Abends absichern und ihnen an- schließend die heutige Vorstellung aus Publikums-Perspektive spiegeln.

Anschließend trifft dann Gregor ein, der seit vielen Jahren unser kleines Buffet betreibt, um Snack- und Trinkkultur in die Veranstaltungsräume zu bringen. Zuletzt kommt dann noch unser Einlasspersonal in Volkstheater-Trikot, um wenig später die ersten Gäste des Abends zu ihren Plätzen zu führen. Es dauert jeden Tag etwa fünf Stunden bis wir aus einer Wiener Volkshochschule ein kleines Theater gemacht haben.

Wenn der Applaus abgeklungen ist und die letzten Gäste den Saal verlassen, bauen die Burschen unermüdlich alles wieder ab. Und dort, wo gerade noch Realität und Fiktion spielerisch aufeinandertrafen, flackert jetzt ehrliches Ar- beitslicht. An der Garderobe haben die letzten Zuschauer*innen Ihre Mäntel abgeholt. Sie stehen mit ihren Bekannten zusammen und schildern Felix und Sophia ihre vielen Eindrücke. Es wird nur wenige Wochen dauern, bis wir wieder da sind, am selben Ort, mit einem an- deren Theaterabend. Für das Team ist für heute Feierabend, den wir in der Regel in einer Bar direkt im Grätzl ausklingen lassen.

Warum beschreiben wir das hier auf unserer Website? Weil wir Ihnen einen Einblick in das eifrige Team gewähren wollen, das Tag für Tag daran arbeitet, modernes Erzähltheater zu Ihnen in den Bezirk zu bringen. Weil jede Tournee für uns einem Ritual gleichkommt, an dem so viele Menschen beteiligt sind. Weil die Bezirke für uns zentraler Bestandteil von dem sind, was wir unter Volkstheater verstehen: Ein offener, lebendiger Ort auf Augenhöhe. Deswegen bauen wir uns ein Theater – jeden Tag.